Thielemann, U.: System Error. Warum der freie Markt zur Unfreiheit führt, Frankfurt a.M. 2009 (Westend)

Es handelt sich um eine Art kleine "Summa" meiner bisherigen Arbeit, zugeschnitten auf ein breiteres Publikum und im Lichte der 2008er Finanzkrise; doch diese bildet nicht den Fokus, sondern nur eine aktuelle Erscheinungsform der (Kapital-)Marktgläubigkeit. Der ursprüngliche Titel lautete: "Das Ende der Marktgläubigkeit. Eine wirtschaftsethische Erkenntnisreise". Doch der Verlag (Piper) fand's zu langweilig... Eigentlicht ein, angesichts der Schwere des Inhalts, die von der Sache vorgegeben ist, eher leicht geschriebenes Wirtschaftsethik-Lehrbuch. Besonders freut mich da, dass die Bundeszentrale für politische Bildung es als Bd. 1052 in ihre Schriftereihe aufgenommen hat.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Beschreibung

Immer mehr Menschen beschleicht ein Unbehagen gegenüber dem Markt. Stetig wachsende Einkommensunterschiede, Gewinnsteigerungen durch Entlassungen, die schleichende Ökonomisierung des Lebens. Bildung wird durch Humankapitalbildung ersetzt, Politik auf Standortpolitik reduziert und Vorfahrt fürs Kapital als Vorfahrt für Arbeit verkauft. Und zu all dem noch müssen die Folgen, die die Gier des Kapitals und seiner Zudiener angerichtet haben, von anderen ausgebadet werden. All dies wird von der vorherrschenden ökonomistischen Doktrin gerechtfertigt. Mehr Markt und mehr Wettbewerb, das sei doch letztlich immer gut für alle. Oder der Markt wird kurzerhand mit Freiheit gleichgesetzt, womit jede Verminderung seines Einflusses auf Unfreiheit hinausliefe. Trotzdem ist dies kein Anti-Markt-Buch, sondern ein Buch gegen die Marktgläubigkeit. Es geht darum, den Markt gesellschaftlich und politisch einzubinden, statt uns von ihm vereinnahmen zu lassen. Es geht darum, dass der Wettbewerbskampf eine geringere Rolle in unserem Leben spielt.

Koreanische Übersetzung 2017 im Verlag bybooks.

Rezensionen und Reaktionen

  • "<Ein guter Markt ist ein begrenzter Markt> - und einer, der in die gültigen ethische Werte unserer Gesellschaft eingebunden ist. Mit dieser Forderung schließt Thielemann sein Buch, das eigentlich werte-konservativ argumentiert, aber fast schon revolutionär erscheint angesichts einer Gesellschaft, die auch trotz Krise immer mehr vom Wettbewerbs-Denken durchdrungen wird." Buch-Tipp, NDR-Info, 28.09.2009 10:56 Uhr.
  • WDR 3, Resonanzen, 8. Oktober 2009.
  • "Thielemanns Buch auch für philosophische Laien gut verständlich geschrieben und mit zahlreichen Beispielen von unbotmäßigen Managern garniert." Märkische Allgemeine Zeitung, 10. Oktober 2009.
  • "Die Wirtschaftswissenschaftler tun ja derzeit schon wieder so, als sei die Finanzkrise eine Art Schluckauf des Systems gewesen und nichts wirklich Heftiges, nichts, was systematisch angegangen werden muss. Ulrich Thielemann sagt, das Problem sei prinzipieller Natur und gehe tiefer. Das Problem ist nicht der Markt, sondern das Prinzip Markt und die Marktgläubigkeit." Besprechung auf HR2 von Florian Schwinn, 13. Oktober 2009.
  • Fragen an den Autor, zum Buch „System Error. Warum der freie Markt zur Unfreiheit führt“, SR2, 1. November 2009, 11.00-12.00.
  • "Der Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann fordert eine radikale Abkehr vom Primat der Ökonomie. Er will eine Wiederbelebung der sozialen Marktwirtschaft. Mit Immanuel Kant fordert er einen Mentalitätswandel in der ökonomischen Glaubensgemeinschaft." 3sat, Kulturzeit, 4. November 2009.
  • "Mit seinem aktuellen Buch „System Error“ trifft der Wirtschaftsexperte Ulrich Thielemann einen Nerv. Er beanstandet eine kritiklose, blinde Marktgläubigkeit und fordert eine neue gedankliche Auseinandersetzung mit Wettbewerb und Markt." fonds kompakt, Ausgabe vom 28. Oktober 2009.
  • "<System Error> kann an vielen aktuellen Beispielen zeigen, wie die  Proponenten des freien Marktes dafür sorgen, daß der Mangel an Fairness weiter besteht, indem sie ihre eigenen Freiheiten verteidigen. Ein lesenswertes und wichtiges Buch." Peter Plöger, vorwärts.de, 13. November 2009.
  • "Ein bemerkenswertes Werk, das klug argumentiert." Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. November 2009, S. 34.
  • "Thielemann gelingt es vortrefflich, den „Sündenfall der Ökonomik” herauszuarbeiten." Süddeutsche Zeitung, 14. November 2009.
  • Führt der freie Markt zur Unfreiheit?, Redezeit, WDR 5, 23. November 2009, 11:05-11:30.
  • Ein "aktuelles, sehr lesenswertes Buch", taz, 25. November 2009.
  • "Markt und Wettbewerb schaffen Wachstum, sagen die ökonomischen Lehrbücher. Thielemann rechnet vor, was nicht in den Lehrbüchern steht - die Kosten des Wachstums. - Ein lesenswertes Buch.", Rudolf Walther in der Frankfurter Rundschau vom 28. Dezember 2009.
  • "Stark ist das Buch beim Sezieren des Marktmechanismus  und des Wettbewerbs, der die Freiheit vieler Arbeitnehmer ziemlich einschränkt und für viel Stress sorgt." Buchtipp von Bernd Roling, SWR Content Ratio, Contra Wirtschaft, 31. Dezember 2009, 12:50-13.00.
  • "Die Publikation kann als ein Kommentar zur Wirtschaftskrise und als Kritik der neoliberalen Wirtschaftspolitik gelesen werden und ist dabei auch an ein nicht(wirtschafts)wissenschaftliches Lesepublikum adressiert." Zeitschrift für Politikwissenschaft, 1/2010, S. 48.
  • Im Gespräch mit Norbert Bischofberger in der "Sternstunde Philosophie" auf SF1 (22. Februar 2010, auf 3Sat am 28. Februar 2010) geht es nicht nur um "Steuerbetrug und Bankenboni", sondern auch um die Perspektiven, die im System Error entwickelt werden.
  • "Ulrich Thielemann hat ein lesenswertes Buch zum und über den sogenannten freien Markt geschrieben. Er entlarvt die Wohlstandsmythen gewisser Ökonomen und zeigt was die Gier des Kapitals alles anrichten kann." Lesetipp der Buchhandlung Comedia.
  • "Der Autor erklärt anschaulich, warum es wichtig ist, den Markt gesellschaftlich und politisch einzubinden, statt sich von ihm vereinnahmen zu lassen." Vienna Business Times, 1/2010.
  • "Sie haben mir in Ihrem Buch ‚sytem error’ mit erstaunlich verständlicher Sprache Zusammenhänge klargemacht, die mir bis dahin eher gefühlsmässig bewusst waren. Sie haben diesem Gefühl eine Sprache gegeben." Eine Leserreaktion.
  • "Das Buch zeigt uns, dass Wirtschaften kein isoliertes Terrain menschlichen und sozialen Handelns ist. Anders kann und darf eine Wirtschaftsethik gar nicht geschrieben werden." Kay Meiners in: Mitbestimmung, 2/2010.
  • "Thielemann führt vor, was die Wirtschaftsethik zu leisten und mit welcher Unbarmherzigkeit sie die Apologeten des Neoliberalismus mit ihren verlogenen Phrasen bloßzustellen vermag, wenn sie mit entsprechendem Anspruch betrieben wird." Wiener Zeitung, 15. Mai 2010: Wirtschaftsethik ohne Blabla.
  • "Pflichtlektüre für Stimmbürger. Hier werden all meine Beobachtungen und Bauchgefühle herrlich treffend auf den Punkt gebracht. Wer die Mär vom „Wohlstand  für alle durch freie Marktwirtschaft“ immer noch glaubt, der lasse sich aufklären, denn „frei“ ist oft alles andere als „fair“ und unfaire Bedingungen schaffen extreme Unfreiheit für sehr viele Markteilnehmende." Irene Varga auf Facebook, 18.09.10.
  • "Dass man die uns so brutal beherrschende Ideologie (deren Trick es ja unter anderem ist, so zu tun, als sei alles viel zu komplex, um es verstehen zu können) im Grunde derart einfach auseinander nehmen und ad absurdum führen kann, war mir zwar klar, aber es dann in Ihren präzisen Worten so deutlich auseinandergesetzt zu bekommen, war ein Erkenntnisschock, der mich einerseits euphorisierte („ich hab das Buch gefunden“), andererseits tief traurig machte." Eine Leserreaktion.
  • "Ulrich Thielemann verpasst dem Ökonomismus eine volle philosophische Breitseite." Agnes Hümbs, Ethik Consult.
  • "Das Buch ist ein Lichtblick! Ich werde eine größere Anzahl davon bestellen und in meinem Umfeld verteilen." Prof. Dr. Dr. F. J. Radermacher.
  • "Ich habe Ihr Buch "System Error" im Rahmen meiner Lesegruppe gelesen - genial, genial, genial!!!" Eine Leserreaktion.
  • "Eine Kapitalismuskritik des berühmt-berüchtigten Wirtschaftsethikers der HSG St. Gallen. Direkt an der Quelle, entlarvt Thielemann die Wohlstandsmythen, die die meisten Ökonomen verbreiten... Ein Muss für all jene, die die dunkle Seite des Kapitalismus durchschauen wollen." Jusobibliothek